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30 December 2010 @ 01:28 am
Anywhere (Narcissa&Lucius // German Version)  
Title: Anywhere
Author: flyingharmony 
Language: German
Fandom: Harry Potter
Characters: Narcissa Black-Malfoy, Lucius Malfoy
Pairing: Narcissa&Lucius
Rating: PG-13
Genre: Drama, Angst
Disclaimer: I do not own anything - although I wish I did.
Warnings: OneShot
Chapters: 1/1
Word Count: 845

Summary: Nach dem Verrat an Lord Voldemort leben Narcissa und Lucius Malfoy in Angst. Gezwungen, sich fortan stets in ihrem Anwesen aufzuhalten, finden sie wieder zueinander. Bis sich Narcissas größte Furcht eines Tages zu bewahrheiten scheint...

Teaser: Zu Weihnachten fragte er sie stets nach ihren Wünschen. Versprach, ihr alles zu schenken, was sie begehrte, egal was es sei. Sie nannte ihm stets die banalsten Wünsche, um ihn nicht zu verletzen, ihn nicht zu enttäuschen, doch das, wonach sich ihr Herz am meisten sehnte, wagte sie nicht einmal zu denken.

Zu Weihnachten fragte er sie stets nach ihren Wünschen. Versprach, ihr alles zu schenken, was sie begehrte, egal was es sei. Sie nannte ihm stets die banalsten Wünsche, um ihn nicht zu verletzen, ihn nicht zu enttäuschen, doch das, wonach sich ihr Herz am meisten sehnte, wagte sie nicht einmal zu denken.
Es war eines Abends, kurz vor Heiligabend, als Lucius das Haus betrat, leichenblass, mit vor Angst zitternden Händen. „Er weiß es...“, flüsterte er kaum hörbar. Narcissa runzelte die Stirn, legte vorsichtig eine Hand auf seine Schulter, um ihn zu beruhigen. „Wer?“, fragte sie leise, während sie ihn in den Salon führte. „Setz’ dich.“
„Der Dunkle Lord“, entgegnete Lucius, so schwach, dass selbst Narcissa, die dicht neben ihm stand, Probleme hatte, seine Worte zu verstehen. „Ich... ich habe dir etwas verheimlicht, Narcissa. Die Auroren würden alles tun, um den Aufenthaltsort des Dunklen Lords zu erfahren. Sie haben mir viel für meine Hilfe geboten.“
Erschrocken schlug sie sich eine Hand vor den Mund. „Du hast ihn verraten?“, fragte sie kaum hörbar. Lucius nickte. „Ja. Dolohov hat davon erfahren und es ihm erzählt, doch ich konnte fliehen, noch ehe der Dunkle Lord den Zauberstab gegen mich erhoben hatte. Ich bin von nun an kein Todesser mehr, Cissy... Ich bin ein Gejagter.“

Die Tage verstrichen, schneller als sonst, und schließlich wurden aus Tagen Wochen. Aus Wochen wurden Monate und aus Monaten schließlich ein Jahr. Ein Jahr war es nun her, seit Narcissas größter Wunsch in Erfüllung gegangen war, ohne dass sie es jemals gewagt hatte, ihn auszusprechen. Lucius hatte ihr das größte Geschenk gemacht, das er ihr zu machen in der Lage war. Er hatte aufgehört, Lord Voldemort zu dienen.
Aber mit ihrem größten Wunsch war zur selben Zeit auch ihre einst größte Furcht Wahrheit geworden.
Ihr war alles entglitten, woran sie sich so verzweifelt festgehalten hatte, jeglicher Luxus war mit einem Schlag verloren gegangen. Doch was kümmerte sie noch der Luxus... Was kümmerten sie noch Perlen oder Seide, hatte sie nicht etwas viel Wichtigeres neu gewonnen. Die Nähe zu Lucius. Sie hatten wieder begonnen, sich anzusehen, miteinander zu sprechen, wie sie es einst nächtelang getan hatten, hatten einander ihre größten Geheimnisse, ihre tiefsten Ängste anvertraut und waren stets Arm in Arm eingeschlafen.
Narcissa war nie zuvor glücklicher gewesen, und die Zeit, die sie mit ihrem Mann verbrachte ließ sie manchmal sogar vergessen, dass sie nun Ausgestoßene waren. Gejagte, die ständig um ihr Leben bangen mussten, darum, entdeckt zu werden. Sie wagte nicht daran zu denken, was geschehen würde, würde man sie finden. Würde sie Lucius verlieren. Allein der Gedanke daran schien ihr jeglichen Boden unter den Füßen zu nehmen. Sie war glücklich, und doch träumte sie, als wollte ihr Unterbewusstsein ihr Glück zerstören. Träumte davon, was geschehen könnte. Träumte davon, wie ihr Herz langsam, qualvoll aufhören würde zu schlagen, bis sie erwachte, schreiend, weinend, und es Lucius war, der sie fest im Arm hielt, sanft über ihr Haar streichelte, um sie zu beruhigen.
Mächtige Zauber schützten nun ihr Anwesen und niemand, niemand außer ihrer Schwester wusste, ahnte mehr von dessen Existenz.
Narcissa war bewusst, dass Bellatrix dem Dunklen Lord noch immer treu ergeben war, doch sie wusste auch, dass sie niemals in der Lage dazu wäre, ihre Schwester zu verraten. Auszuliefern. Niemand außer ihr käme infrage, das Geheimnis von Malfoy Manor zu bewahren.
Ein Jahr lebten Narcissa und Lucius nun im Verborgenen, ein Jahr, in dem so viel und doch so wenig geschehen war. Erneut war es kurz vor Weihnachten und wie damals war es eine stürmische, Unheil verkündende Nacht, als plötzlich ein silberner, nahezu durchsichtiger Panther in den Salon glitt und, wie es schien, Narcissa tief in die Augen sah.
„Der Fidelius Zauber ist gebrochen“, sagte Bellatrix’ klare, kalte Stimme, durchbrach somit die Stille, die sich über den Raum gelegt hatte. „Man ist mir gefolgt, ich habe es zu spät bemerkt. Sie sind nun auf dem Weg hierher, ihr müsst fliehen. Noch heute Nacht.“
Der Panther löste sich auf, so schnell wie er erschienen war. Panik spiegelte sich in Lucius Augen wider, und zum ersten Mal fand auch Narcissa keine Worte, um ihn zu beruhigen. „Ich werde gehen“, sagte er schließlich, nach einem schier unerträglichen Moment des Schweigens.
„Und ich komme mit dir“, erwiderte Narcissa entschieden, doch Lucius schüttelte nachdrücklich den Kopf. „Nein“, sagte er. Es ist zu gefährlich, Cissy. Sie suchen nur nach mir, du bist in Sicherheit, egal was geschieht. Bleib hier.“
Nun war es an Narcissa, den Kopf zu schütteln. „Ich komme mit dir“, wiederholte sie. Lucius schloss für einen kurzen Moment die Augen. „Wieso tust du das?“, fragte er leise. „Wieso begibst du dich in solche Gefahr, wieso gibst du alles auf? Für nichts und wieder nichts...“
Vorsichtig griff sie nach seiner Hand, sah ihm tief in die Augen. „Weil ich dich liebe.“
Und sie disapparierten. Disapparierten, nur den Bruchteil einer Sekunde bevor die Todesser das Anwesen stürmten. Verschwanden ins Nirgendwo, spürend, dass Narcissa ihre Schwester nie wieder sehen würde. Sie verschwanden, in eine ungewisse Zukunft, mit nur einem Punkt, an dem sie in der Lage waren, sich festzuhalten. Sich selbst.